Fritzi – ein Abschied

Mein Herzenskater, Katzenliebe meines Lebens, ich habe das Undenkbare getan, du bist fort!

Und auch heute noch, vier Wochen später, fühlt es sich an, als sei es die falscheste all der mitunter fragwürdigen Entscheidungen meines Lebens gewesen. Vermutlich nicht falsch für dich, aber ganz sicher für mich.

Die Jahre der Sorgen um deine Gesundheit, der ständigen Fragen, wie ich dir gerecht werden kann, der dauerhaften Belastung durch deine Unruhe und dein lautstarkes Gequengel, der Suche nach Auslastung und damit Zufriedenheit für dich und natürlich auch für mich und deine Mitkatzen, haben nun ein Ende. Du bist umgezogen zu zwei, dir bereits jetzt zutiefst ergebenen, engagierten jungen Menschen und wirst zunächst ein Leben als Einzelprinz führen. Du hast eine schöne, katzengerechte Wohnung mit vielen Fenstern zum Rausschauen, einen großen Balkon und im Sommer sogar einen Garten zur Verfügung.

Und wenn sich herausstellen sollte, dass du tatsächlich schnurrende Gesellschaft zum Glücklich sein brauchst, wird nach einem passenden Kumpel für dich Ausschau gehalten. Ich bin sehr gespannt!

Wir beide haben uns wahrlich schwer getan mit der Trennung. Du hast zwar deine Menschen schnell ins Herz geschlossen, brauchst aber leider immer noch Zeit, um dich sicher und souverän in der Wohnung umzutun. Trotz der einfühlsamen Hilfe die dir zuteil wird.

Natürlich treibt mich das um! Dich, der du so rotzfrech und mutig hier durch dein Reich spaziert bist nun so unsicher zu wissen, tut mir weh. Aber ich bin mir ganz sicher, dass du diese Hürde in absehbarer Zeit auch noch nehmen wirst.

Nicht sicher hingegen ist, ob ich jemals deinen Verlust verkraften werde. Ich vermisse dich so schmerzlich, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Du hast keine Lücke hinterlassen, mein FitzeFatz, sondern einen ausgewachsenen Krater!

Plötzlich kann ich ohne Eskorte ins Bad gehen,

kann Schränke öffnen, ohne dass ein weißes Köpfchen flugs den Inhalt derselben überprüft,

kann am Abend Sachen auf dem Tisch liegen lassen, die des Morgens unverändert darauf liegen,  niemand unterstützt mich bei der Arbeit am PC,

niemand begrüßt mich, wenn ich heimkehre, niemand kontrolliert die Einkaufstaschen, niemand sitzt mehr verbotenerweise auf der Küchenarbeitsplatte

und auf dem Esstisch

und die Wassernäpfe werden nicht mehr zu Planschbecken umfunktioniert. Mein Leben ist ruhiger geworden, sehr viel ruhiger und – stinklangweilig!

Was angesichts immerhin vier verbleibender Fellnasen natürlich wie Hohn klingt!

Hier ist es so, so still…..ich weiß noch nicht, ob es ihr Ausdruck von Erleichterung ist, weil nun der kleine Unruhestifter endlich fort ist, oder ob es eine Art Trauerarbeit ist, weil sie dich doch vermissen, aber sie schlafen, schlafen, schlafen……es ist nachgerade unheimlich! Sie sind lediglich zwischen vier und fünf Stunden von 24 aktiv!! Pepe und Jussi etwas mehr; Cosi und Clärchen weniger.

Ich hoffe sehr, das ändert sich im Frühjahr wieder! Mal sehen, was ich vielleicht auf dem Balkon noch an Spiel- und Spaßmöglichkeiten basteln kann.

Doch selbst wenn sie wieder munterer werden, ändert das nichts an meiner verwundeten Seele. Und auch, wenn meine Iwon jetzt wieder liebevoll streng die Stirne runzelt, weil ich mich zerfleische: ich frage mich, wie ich die Tiefe unserer Beziehung so sehr unterschätzen konnte? Warum hab ich nicht andere Lösungen gesucht? Hätte es andere Lösungen überhaupt gegeben? War vielleicht unsere Verbindung das eigentliche Problem?

Keine Ahnung!

Aber was ich weiß ist, ich werde dich lieben bis zu meinem letzten Tag und ich werde dich mein restliches Leben lang vermissen.

Sei mutig mein Herz, sei stark und genieße die Aufmerksamkeit und Liebe die dir nun ganz allein gehört.

Leb wohl ♥ ♥ ♥ ♥

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2 Antworten auf Fritzi – ein Abschied

  1. Moni Kuhfellchen sagt:

    Liebe Barbara,

    ich schließe Dich ohne größere Worte einfach nur liebevoll in die Arme <3

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